Spaniens mutiger Schritt: Neue Gesetzgebung beschleunigt Energiespeicherung und -flexibilität
24. Juni 2025 – Spanien hat mit der Verabschiedung neuer Gesetze zur Beschleunigung des Ausbaus von Energiespeichern und zur Verbesserung der Netzflexibilität einen entscheidenden Schritt hin zu einem resilienteren und auf erneuerbaren Energien basierenden Stromnetz unternommen. Als weltweit führender Anbieter von Batteriespeichersystemen (BESS) sehen wir bei DOWELL dies als einen Wendepunkt für Spaniens Energiewende – einen Wendepunkt mit immensen Chancen für Investoren, Projektentwickler und Technologieanbieter.
Warum diese Gesetzgebung wichtig ist
Spaniens Energielandschaft befindet sich im rasanten Wandel. Da sich die Kapazität von Solar- und Windenergie laut Nationalem Energie- und Klimaplan (NECP) bis 2030 voraussichtlich verdoppeln wird, muss das Land die Schwankungen der erneuerbaren Energien ausgleichen und gleichzeitig die Netzstabilität gewährleisten. Die neu beschlossenen Maßnahmen konzentrieren sich auf:
1. Regulatorische Klarheit für die Teilnahme an BESS-Programmen – Die Gesetzgebung beseitigt Hindernisse für Batteriespeichersysteme auf den Energie- und Systemdienstleistungsmärkten und ermöglicht es Speichersystemen, im Bereich der Frequenzregelung (aFRR, mFRR), der Spannungsstützung und potenziell auch bei Schwarzstartdiensten zu konkurrieren.
2. Anreize für den Kapazitätsmarkt – Ein neuer Kapazitätsmechanismus gewährleistet langfristige Ertragsstabilität für Speicherprojekte, wobei die Verträge bis zur Hälfte der technischen Lebensdauer der Anlage umfassen und so die Finanzierbarkeit verbessern.
3. Priorität beim Netzzugang – Erneuerbare-Energien-Projekte mit gleichzeitigem Speicher (bis zu 4 Stunden Speicherdauer) erhalten Vorrang bei der Netzeinspeisung, wodurch hybride Solar-/Windkraftanlagen mit Speichermöglichkeit gefördert werden.
Diese Reformen stehen im Einklang mit Spaniens EU-finanziertem Speichersubventionsprogramm in Höhe von 7 Milliarden Euro, das bereits 1,79 Milliarden Euro für eigenständige BESS und 3,08 Milliarden Euro für Hybridprojekte vorsieht.
Marktwachstum: Vom Nachzügler zum Marktführer
Bis vor Kurzem hinkte der spanische Markt für Batteriespeichersysteme (BESS) europäischen Vorreitern wie Großbritannien (5,6 GW installierte Leistung) und Italien (1 GW) hinterher. Mit lediglich 60 MW installierter Leistung ab 2025 bestand aufgrund der starken Abhängigkeit des Landes von Pumpspeicherkraftwerken und Wärmespeichern wenig Dringlichkeit für die Einführung von BESS.
Drei Schlüsselfaktoren beschleunigen jedoch derzeit die Nachfrage:
1. Negative Strompreise – Im Jahr 2024 verzeichnete Spanien mehr Stunden mit negativen Strompreisen als Großbritannien, was auf ein Überangebot an erneuerbaren Energien und den Bedarf an Speichern zur Aufnahme überschüssiger Erzeugung hindeutet.
2. Begrenzte Netzanbindung – Spaniens schwache Verbindungen zu Frankreich (nur 3 GW) unterstreichen die Notwendigkeit inländischer Flexibilitätslösungen.
3. Stilllegung von Gaskraftwerken – Mit dem Auslaufen der fossilen Energieerzeugung wird die Nutzung von Batteriespeichersystemen eine entscheidende Rolle beim Ausgleich des Stromnetzes spielen.
Das Speicherziel von 22,5 GW bis 2030 scheint nun in greifbarer Nähe, da sich bereits BESS-Projekte mit einer Kapazität von 22,1 GW in der Anschlusswarteschlange befinden.
Investitionsmöglichkeiten und Geschäftsmodelle
Für Projektentwickler und Investoren bietet der sich entwickelnde Markt Spaniens vielfältige Einnahmequellen:
●Energiearbitrage – Mit der Umstellung auf 15-Minuten-Marktintervalle (gültig ab Juni 2025) können BESS von der höheren Preisvolatilität profitieren.
●Systemdienstleistungen – Die Teilnahme an Frequenzregulierungsmärkten (über EU-Plattformen wie PICASSO und MARI) bietet stabile Einnahmen.
●PPA-Optimierung – Die gleichzeitige Nutzung von Speichern steigert den Wert erneuerbarer Energien, indem die Stromerzeugung in Zeiten hoher Preise verlagert wird und negative Preisrisiken gemildert werden.
Aktuelle Projekte unterstreichen diese Dynamik:
●BW ESS & Ibersuns 2,2 GW JV – Ziel ist ein vierstündiges BESS an acht Standorten.
● Das 7 Milliarden Euro schwere Förderprogramm der EU – Finanzierung von bis zu 85 % der Projektkosten, mit Schwerpunkt auf unterversorgten Regionen wie Andalusien (3,12 Milliarden Euro bereitgestellt).
Spaniens Reformen markieren einen Wendepunkt, doch es bleiben Herausforderungen bestehen:
●Modernisierung des Stromnetzes – Um die Ziele für 2030 zu erreichen, sind schnellere Genehmigungsverfahren und optimierte Verbindungsprozesse erforderlich.
●Technologische Diversifizierung – Lithium-Ionen-Speicher dominieren zwar, Langzeit- und Wärmespeicher spielen jedoch komplementäre Rollen.
●Technologische Diversifizierung – Lithium-Ionen-Speicher dominieren zwar, Langzeit- und Wärmespeicher spielen jedoch komplementäre Rollen.
Für DOWELL stellt Spanien einen Wachstumsmarkt dar, in dem unsere Expertise in den Bereichen Batteriespeichersysteme, Netzintegration und marktübergreifende Optimierung wirkungsvolle Projekte vorantreiben kann. Da das Land bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung auf 80 % steigern will, wird die Energiespeicherung der Dreh- und Angelpunkt eines zuverlässigen, dekarbonisierten Stromnetzes sein.
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