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Warum kommt es in Häusern mit Solaranlagen trotzdem zu Stromausfällen?

Ein Rückblick auf den spanischen Stromausfall

Am 28. April 2025 erlebte Spanien einen seltenen großflächigen Stromausfall, der das Land elf Stunden lang in Dunkelheit hüllte, den Verkehr lahmlegte, die Kommunikation unterbrach und Zehntausende Menschen von der Außenwelt abschnitt. Dieser katastrophale Ausfall ereignete sich nur sechs Tage, nachdem Spanien gefeiert hatte, dass sein nationales Stromnetz „erstmals an einem Wochentag zu 100 % mit erneuerbarer Energie betrieben wurde“. Besonders schockierend war, dass auch viele Haushalte mit Solaranlagen von dem Stromausfall betroffen waren.


Einschränkungen von Photovoltaiksystemen

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage mit ausschließlich Solarmodulen auf Ihrem Haus installiert haben, entsteht bei einem Stromausfall eine paradoxe, aber sehr wichtige Situation: Selbst wenn Ihre Solarmodule funktionieren und der Himmel klar ist, ist Ihr Haus ohne Strom. Warum ist das so?

Ja, das liegt an den europäischen Sicherheitsbestimmungen, die vorschreiben, dass alle an das Stromnetz angeschlossenen Solarwechselrichter einen Spannungsabfall erkennen und sich sofort abschalten müssen. Dies wird als Inselnetzschutz bezeichnet.

Der Grund für diesen Stromausfall ist der Schutz der Netzwartungstechniker: Wenn Tausende von Haushalten Strom in ein „totes“ Netz einspeisen, könnte dies für die Arbeiter, die den Fehler beheben, lebensgefährlich sein. Wenn Sie also ausschließlich Solaranlagen an das Netz angeschlossen haben, können Sie während des Stromausfalls keinen Strom beziehen. Ihre Solaranlage schaltet sich automatisch ab.


Energiespeicherbatterien: Eine Schlüssellösung für die Energiesicherheit von Privathaushalten

Die Lösung: Nutzen Sie Batterien. Wenn Sie bereits Batterien besitzen, sieht die Sache anders aus, wobei es hier auf den Typ und die Konfiguration Ihres Wechselrichters ankommt. Bei Hybrid-Wechselrichtern (Solar + Batterie) ermöglichen einige moderne Modelle bereits den Weiterbetrieb im sogenannten Insel- oder Notstrombetrieb. Das bedeutet, dass sie sich bei einem Stromausfall physisch vom Netz trennen und Ihr Haus ausschließlich mit Solarenergie und der in der Batterie gespeicherten Energie versorgen.

Darüber hinaus gibt es Notstrom-Wechselrichtersysteme, bei denen ein separates System verwendet wird, um einen bestimmten Teil des Hauses mit Strom zu versorgen (zum Beispiel den Kühlschrank, die Grundbeleuchtung oder das Internet).

Aber selbst dann benötigen Sie für ein ordnungsgemäßes Funktionieren des Systems Lithium-Ionen- oder Blei-Säure-Batterien in der passenden Größe, einen Hybrid-Wechselrichter, der mit dem Inselbetrieb kompatibel ist, oder einen Wechselrichter mit Backup-Funktion sowie ein automatisches Trennrelais-System, um Ihr Haus im Falle eines Stromausfalls vom öffentlichen Stromnetz zu trennen und so die Sicherheit zu gewährleisten.


Für Familien mit geringem Einkommen ist die Lehre aus Spanien eindeutig: Angesichts des fortschreitenden Klimawandels, extremerer Wetterereignisse und der zunehmenden Belastung der Stromnetze kann die Energieversorgung nicht vollständig dem öffentlichen System überlassen werden. Jede Familie muss daher ein gewisses Maß an Energie-Selbstversorgung anstreben. Selbst vergleichsweise kleine Investitionen können in Krisenzeiten wertvolle Energiegarantien bieten. Dank technologischer Fortschritte und Skaleneffekte wird die Wirtschaftlichkeit dieser Systeme weiter steigen.

30.04.2025